RechtspopulistInnen gestoppt.

Der gestrige 4.5.10 kann aus Sicht der Dortmunder Antifa Gruppen als voller Erfolg gewertet werden!
Die groß angekündigte Wahlveranstaltung der rechtspopulistischen Partei „Pro-NRW“ in Dortmund war ein glatter Totalausfall!
Nachdem die RassistInnen bei den vorangegangenen Veranstaltungen der letzten Tage in Ostwestfalen und gestern unter Anderem in Soest und Unna schlichtweg Blamagen über sich ergehen lassen mussten büßten sie auf dem Weg noch ihren großen Wahlkampfbus ein und mussten so mit einem kleinen Transporter Vorlieb nehmen.
Etwa 10 bis 15 Minuten nachdem Pro-NRW die „Veranstaltung“ begonnen hatte, strömten von allen Seiten zumeist jugendliche AntifaschistInnen auf den Platz oberhalb der Freitreppen am Hauptbahnhof.
Auch der recht unsanfte Einsatz der Polizei als einzige Schutzmacht der RechtspopulistInnen gegen die GegendemonstrantInnen zeigte nur wenig Erfolg!
So gelang es rasch, den lächerlichen und nur mit drei Personen bestückten Wahlkampfstand unter Hilfe von Transparenten und der Masse der etwa 150 DemonstrantInnen komplett zu isolieren. Durch laute Sprechchöre und eigenen Megaphoneinsatz waren die RassistInnen sowohl optisch als auch akustisch nicht mehr zu vernehmen!
Nachdem die AntifaschistInnen bis auf etwa 3 Meter an den Wahlkampfstand herangekommen waren, fanden einige fliegende Objekte in Form von (tierischen!) Hühnereiern und Wasserbomben den Weg in Richtung der Kandidaten und des Wahlkampfstandes.
Nach etwa 10 Minuten lautstarken Gegenprotestes verließen die RassistInnen unter Polizeischutz den Platz und rasten Richtung Westentor.
Spontan wurde sich dazu entschieden, die gute Stimmung zu nutzen und den „heimischen RassistInnen“ in Dortmund Dorstfeld ein Besuch abzustatten. Ohne jegliche Polizeipräsenz bewegte sich so eine Anfangs etwa 50 Personen umfassende Gruppe mit der Straßenbahn nach Dorstfeld.
Dort angekommen setzte sich diese Gruppe auch prompt in Bewegung, unterhalb des Wilhelmplatzes fuhr durch Zufall bedingt der als Lautiwagen genutzte grüne Kleinbus des NW Dortmund genau auf die Spontandemo zu, wendete aus nachvollziehbaren Gründen aber recht schnell wieder und bog ab.
Wenig später wurden Dennis G. und Didi (Dietrich) S. dabei gesehen wie sie mit Flaschen werfend und um sich prügelnd, die bis dahin friedlichen und teilweise sehr jungen AntifaschistInnen angriffen.
Nach unserem Erkenntnisstand soll diese Aktion für die Beiden mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraften Neonazis eine Anzeige nach sich gezogen haben.
Nachdem in Dorstfeld noch spontan eine Standkundgebung mit etwa 100 Personen angemeldet wurde, die sich thematisch noch einmal mit Pro NRW befasste, machten sie die AktivistInnen auf den verdienten Heimweg.
Dabei gelang es Unbekannten die Haustür eines weiteren Neonazis, der direkt über dem Treffpunkt des NW wohnt, zu entglasen.

We think: Alles in Allem ein gelungener Tag!

weitere Infos, Berichte und Fotos:

Bericht der Antifa Union Dortmund

Ausführlicher Berichte des Aktionsbündnisses „Contra geben“


4 Antworten auf „RechtspopulistInnen gestoppt.“


  1. Gravatar Icon 1 DeVa 06. Mai 2010 um 5:27 Uhr

    Gorßartige Arbeit!
    Ich selbst war nicht da gewesen, hätte mir dennoch gerne den Rückzug der Feigen BraunenPest angesehen!
    Nieder mit dem Faschismus!

  2. Gravatar Icon 2 Administrator 13. Mai 2010 um 1:39 Uhr

    Bitte Vorsicht damit, RechtspopulistInnen als „Braun“ und somit im allgemeinen Sprachgebrauch mit NeonazistInnen zu assoziieren.
    Diese ungeschickte Verallgemeinerung mag einfach erscheinen, geht aber an der Kritik vorbei.
    RechtspopulistInnen sehen sich als aufrichten Teil der konservativ- bürgerlichen Gesellschaft und handeln ihrer Auffassung unter dem Schutzschirm der Rechtsstaatlichkeit.
    Trotzdem ähnelt ihre rassistische Polemik oft denen der NeonazistInnen.
    weitere Infos hier

  3. Gravatar Icon 3 ultrà bal 13. Mai 2010 um 19:24 Uhr

    Laber keinen. Pro NRW hat eindeutig faschistische Argumentationsmuster, bezieht sich unter anderem auf Feste „Kulturkreise“, wie der Vordenker des NS, Oswald Spengler und beschwört das Wiedererwachen Europas als einheitliche Wertegemeinschaft. Darüberhinaus ist auch die Art und Weise, wie rassistische Hetze praktisch von ihnen betrieben wird derart menschenfeindlich, dass sie trotz des bürgerlichen Deckmantels leicht als faschistisch zu entlarven ist.

    Mal ganz zu schweigen von Pro-Chef Markus Beisicht und Vize Manfred Rouhs, die eindeutig aus dem neonazistischen Spektrum (DLVH) kommen und zusammen mit ihren Pro-NRW-Vorstands KollegInnen Andre Picker und Judith Wolther regelmäßig Nazi-Schläger vor Gericht verteidigen. Oder was ist mit Tobias Ronsdorf, der direkt von der NPD zu Pro NRW wechselte? Oder mit Patrick Brinkmann oder Andreas Molau?

    All diese personellen Kontinuitäten belegen nur noch einmal die ideologischen.

  4. Gravatar Icon 4 AdministratorIn 13. Mai 2010 um 20:54 Uhr

    Laber keinen? =)

    Seien deine Beispiele in Bezug auf Personalien von Pro-NRW auch noch so richtig, ändert das Nichts an der gesamtparteilichen Ausrichtung.
    RechtspopulistInnen stehen ideologisch eher dem Eurozentrismus nahe als der Ideologie eines Nationalen Sozialismus.
    Im Gegensatz zu heutigen NeonazistInnen streben RechtspopulistInnen nach einem Erhalt der westlichen (europäischen) Rechtstaatlichkeit und den daraus resultierenden Werte- und Verwertungsystematiken der Marktwitschaft.
    Gepaart mit einer ordentlichen Prise Rassismus und dem Streben nach Christlicher Leitkultur ergibt das eine ziemlich abscheuliche Mischung.
    Die Folge der unterschiedlichen „Thesen“, in der sich sowohl der Nationalsozialismus wie auch der Eurozentrismus treffen, ist die Selbe, wenn auch in teilweise stark unterschiedlicher Art der Ausprägung und Konsequenz.
    Die Bewertung menschlichen Lebens nach ethnischen Gesichtspunkten, ist eine in beiden Lagern sehr beliebte Vorgehensweise.
    Von unserer Seite aus wurde auch nie bezweifelt, dass Pro-NRW oder mit dieser Partei ideologisch verwandte Gruppierungen rassistisch oder faschistisch sind! Wir halten es einzig und allein für wichtig, Pro-NRW auch differenziert inhaltlich zu begegnen, weil es in einer Argumentation gegen diese Partei kontrapoduktiv ist, sie auf ganzer Linie mit NeonazistInnen gleichzusetzen.

    In diesem Sinne, know your enemy!

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