JN Landesbeauftragter verhöhnt Opfer des Holocaust

Im folgenden Artikel dokumentieren wir eine typische NPD Parteikarriere und die illegalen Machenschaften, die außerhalb des bürgerlichen Wahlkampfes noch zum “Betätigungsfeld” eines modernen Neonazis gehören.

Der Background

Die “Nationaldemokratische” Partei Deutschlands gibt sich nur allzu gern ein biederes Image. Bei Wahlkampfveranstaltungen hüllt sich die NPD gern in ein seidiges Tuch von “sozialen” Versprechen und erscheint den meisten BetrachterInnen nur auf den zweiten Blick offensichtlich rassistisch, antisemitisch und volksverhetzend.
Besonders in den östlichen Bundesländern aber auch im Norddeutschen Raum schafft es die NPD mit dieser Rhetorik, WählerInnen anzuwerben. Hierbei besteht die Wählerschaft sowohl aus rechtsextremen StammwählerInnenpotential, die teilweise selbst Mitglieder in der Partei oder anderweitig neonazistisch aktiv sind, als auch aus sozialschwachen Menschen, die durch das System der kapitalistischen Verwertungsmentalität, extreme Perspektivlosigkeit erleiden und in ihrer Situation Opfer rechter Polemik geworden sind.
Oftmals sind es haltlose Versprechungen in Bezug auf Jobs, Bildungsmöglichkeiten, oder Familienpolitik, die den potentiellen WählerInnen einen Anreiz bieten sollen.
Ihre waghalsigen Theorien und Forderungen werden durch die NPD meistens mehr oder minder gut “dargelegt” und begründet. Natürlich ohne ein Wort davon zu erwähnen auf wessen Schultern diese menschenverachtenden Forderungen gelastet werden würden. Aus “volkswirtschaftlichem Interesse” heraus wird eine Abschaffung des Asylrechts gefordert und das “Recht auf Lohnarbeit” nur deutschstämmigen StaatsbürgerInnen zugesprochen. Proklamiert wird ein mittelalterliches Frauen- und Familienbild, in der sich die Rolle der Frau auf das Gebären und Erziehen des deutschen Nachwuchses beschränkt. Auch das freie Ausleben sexueller Orientierung und Vorlieben wird seitens der NPD auf das Heftigste bekämpft, da Homosexuelle oder Transsexuelle Partnerschaften im Sinne der “Volksgemeinschaft” unproduktiv seien.
Die Partei bildet Basis und Geldgeber für viele “freie” und parteilose Kameradschaften und teilweise auch für die “Autonomen” Nationalisten.
Über Wahlkampfkostenrückerstattung und Spenden stellt die NPD somit den finanziellen und auch personellen Background vieler neonazistischer Aktivitäten.

Die Story

Anzunehmen, dass Neonazis ohnehin gesellschaftlich isoliert wären und dies auch bleiben wollten ist also ein Trugschluss. Oft genug drängen sie durch geschickte und die wahren Absichten verschleiernde Phrasen, sowie durch persönliche, freundschaftliche und partnerschaftliche Kontakte von Rechtsaußen in die Mitte der Gesellschaft.
So auch im Falle des Neonazis Thomas Christoph Schmidt.

Der 1988 in Leipzig geborene Neonazi war jahrelang Mitglied bei den “JN” (Junge “Nationaldemokraten” Witten, Parteijugendverband der NPD), aktiv und nahm eine führende Rolle ein. Unumstritten war er damals selbst bei seinen Kameraden schon nicht, als er in Witten seine “politische Karriere” begann, als Grund dafür sind Rangkämpfe der Jungnazis untereinander zu nennen.
Im Jahr 2009 dann, zog es den mittlerweile 21.jährigen Neonazi weg von seinem JN- ”Stützpunkt” ins mehr oder weniger ferne Wuppertal, wo er durch seine frühere Tätigkeit und von seinen Auftritten auf NPD Demonstrationen und bei JN Infotischen, einige Kontakte geknüpft hatte. Weil er sich durch seine eher als beschränkt geltenden kognitiven Fähigkeiten besonders gut als Handlanger für ihm höherstehende Parteifunktionäre eignete stieg er durch seine Dienste beflügelt schnell auf und bekleidet seitdem das Amt des JN- Landesbeauftragten. Für die Kreistagswahl am 30. August 2009 kam ihm dann die wohl eher symbolische Ehre zuteil, auf Listenplatz 13 der NPD für den Ennepe-Ruhr-Kreis kandidieren zu dürfen:
Externer Link zur „Weltnetzpräsenz“ der NPD Ennepe Ruhr, wir nehmen Abstand von jeglicher Veröffentlichung auf der verlinkten Website!
Auch ließ es sich der frisch gebackene Wahlkämpfer Christoph nicht nehmen im kürzlich veröffentlichten Wahlwerbespot der NPD- Nrw zur Landtagswahl in Wort und Bild aufzutreten:
Zu sehen ist Christoph Schmidt ca. ab 0.20 min. Der Link zum Video existiert aus reinen Dokumentationszwecken! Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von jeglichem Inhalt!

Das starke Streben nach Aufmerksamkeit und der Erfüllung eigener Geltungssucht steht im Mittelpunkt vieler neonazistischer “Persönlichkeiten”! Diese Verhaltensmuster dienen der Profilierung innerhalb neonazistischer Strukturen. Der ständige Kampf um Posten und dem im gesellschaftlichen Alltag fernab von Politik oftmals nicht vorhandenen menschlichen Einfluss, treibt zu immer abstruseren und “radikaleren” Verlautbarungen und Profilierungen an.
Da Christoph Schmidt beim rechtsextremen “Infoportal”, “Altermedia” ganz gerne einmal Kommentare und Artikel mit seinem realexistierenden Namen unterschreibt, stört es ihn sicherlich auch nicht wenn die kommunale Öffentlichkeit etwas mehr über seine Freizeitaktivitäten fernab des “täglichen Wahlkampfstress” als JN- Landesbeauftragten erfährt.
Erwähnenswert an dieser Stelle sicherlich vor allem sein Auftritt vor dem Denkmal des KZ-Außenlagers von Buchenwald, in Witten- Annen, im Sommer des vergangenen Jahres. Vor abendlicher Kulisse ließ Christoph alle Hemmungen fallen und posierte im Kreis seiner “Kameraden” mit Reichsfahne, sowie mit einem JN- Wimpel, in Siegerpose vor dem offiziellen Denkmal.
Inschrifttext der Denkmaltafel:
“AUF DIESEM GELÄNDE BEFAND SICH VON SEPT. 1944 BIS APRIL 1945
EIN AUSSENKOMMANDO DES KONZENTRATIONSLAGERS BUCHENDWALD. AN DIE HIER INHAFTIERTEN MENSCHEN UND DIE AN IHNEN VERGANGENEN VERBRECHEN SOLL DIESE GEDENKSTÄTTE ERINNERN.”

Dazu folgende Bilder zur Veranschaulichung und zum Vergleich:

Diese widerwärtige Handlung erfüllt unter Umständen nach § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuches den Tatbestand der Volksverhetzung!
Auf einem Streifzug durch das durch Neonazis so gern als “Weltnetz” bezeichnete Internet waren wir vor einiger Zeit auf dieses Bild gestoßen.
Die Tatsache, dass sich unser NPD Kandidat trotz solcher Fotos in Sicherheit glaubt und sogar noch einen “TV-Auftritt” aus dem Ärmel zaubert, zeigt wie stark neonazistische Ideologieelemente bzw. VertreterInnen dieser Ideologie in der Gesellschaft verankert sind. Das von uns genutzte Bild war lange Zeit frei einsehbar auf einem bekannten Flirtportal.
Die Forderung nach Aufklärungskampagnen bezüglich der NPD und aktiver antifaschistischer Arbeit halten wir deshalb für mehr als legitim.
Auch wenn die NPD sich oftmals bemüht nicht als indirekte Nachfolgepartei der NSDAP zu gelten, könnte man bei genauer Betrachtung politischer Parolen, und rhetorischer Muster Ähnlichkeiten zur NSDAP feststellen.
Auch fehlt unser Meinung nach eine breite öffentliche Diskussion in Bezug auf die NPD und denen von ihr abgehenden Kontakte in die militante Neonaziszene.
Außerdem halten es für unreflektiert ganz salopp ein NPD- Verbot zu fordern ohne Nutzen und Risiken eines Solchen abzuwägen.
Angesichts sozialer Kälte und wirtschaftlicher Problematik sollte dennoch ein Weg gefunden werden, diese neonazistische Partei aus Kreis-, Stadt- und Landtagen zu verbannen um somit zu verhindern dass völkischer Dreck und stumpfer Rassismus weiter in die Mitte der Gesellschaft getragen werden!

- Pressemitteilung vom 23.4.2010
- Unsere Fotostrecke der Gedenkstätte
- Auflistung der ehemaligen Massenvernichtungslager in Europa